
(H.d.R.: habe vor diesen Eintrag noch San Antonio eingeschoben.) Aufgrund der 20 Leute vor uns in der Schlange für das Frühstück haben wir auf die 6 vom Hotel zur Verfügung gestellten Muffins verzichtet und sind los nach Fredericksburg, wo wir mit dem Bed & Breakfast mehr Glück hatten. Wir haben dort ein typisches Haus gemietet und das hieß nicht nur Mueller, sondern hielt in unserem Zimmer auch ein Goslar und Nürnberg Bild für uns bereit. Wer sich da nicht zu hause fühlt, ist ein kein echtes Longhorn, sondern ein Hornochse.



Vor dem Gang auf die "Hauptstraße" sind wir aber zum "Wine and Pasta Trail" aufgebrochen in den wunderschönen Texas Hills. In den Weingütern haben wir uns dann jeweils Wein und Pasta gegönnt (Überraschung!), entweder billig oder ganz umsonst. Neben Kakteen gab es auch Skorpione zu bewundern. In einer Farm gab es wiederum einen Biergarten mit Spaten-Bier!








Außerdem gab es natürlich in diesem Teil des wilden Westens viele wilde, gefährliche Tiere.




In Fredericksburg selbst gab es für mich den Höhepunkt der Reise direkt an der Haupstraße, den
Saucenladen Rustlin' Rob's. In zweifacher Hinsicht. Positiv, weil es einfach unglaublich viele scharfe Saucen gab (danke, Miri!). Und ich meine richtig scharf. Das war dann zugleich der negative Höhepunkt. Ich bin an diesem Regal vorbeigelaufen, an dem mir ein Danger entgegenblinkte, man sollte angeblich seine ID vorzeigen und über 18 sein. Haha, für eine Sauce!

Ich behaupte eigentlich von mir, dass ich meinen Gaumen durch jahrelanges, hartes Training an scharfes Essen gewöhnt habe. Nur war das kein Scherz mit der ID. Die haben dort die schärfsten Saucen der Welt, bis zu reinem Capsaicin-Extrakt in kristalliner Form. Die Schärfe wird in
Scoville-Einheiten gemessen. Die schärfste Tabasco-Sauce Habanero hat etwas über 7.000 Scoville-Units, die mildeste Sauce auf diesem Tisch hatte 250.000.

Die ultrascharfen Saucen dort sind heftiger als das Pfefferspray, das von der amerikanischen Polizei eingesetzt wird. Ich habe natürlich die schärfste, pflanzlich herstellbare der Welt erwischt, was mir vor dem ganzen Löffel keiner erklärt hat: Meine Chemonozizeptoren in den afferenten Nervenzellen erlitten einen augenblicklichen Affekt. Neben der Ausschüttung von Substanz P, zu einer akuten Membrandepolarisation führend, erblickte eine Träne links und eine rechts das Licht der Welt, die ich augenblicklich mitsamt aller Frauen und Kinder für ein Glas Milch geben hätte.
Nach einem Bummel ging es dann zu einem zünftigen, bayerischen Essen ins "Ausländer", in dem ca. 30 bayerische Biere auf meinen wunden Hals gewartet haben.




Da danach der andere deutsche Biergarten überfüllt war, haben wir den Abend noch auf der Südstaaten-Veranda ausklingen lassen.

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