Letzte Woche war ich auch noch bei Willi. Muss ein wenig ausholen dafür: Landmarks hier in New York sind denkmalgeschützte Gebäude. Eines davon kann man auch als Landmark im Sinne von Wahrzeichen übersetzen: Das Williamsburgh Savings Bank Gebäude (alle Fotos von onehanson.com, links unten wohne ich) wird gerade u.a. wie gesagt von Magic Johnson und Jay-Z in ein Luxus-Apartment-Haus umgewandelt. Das größte Hochhaus von Brooklyn wurde gerade während des schwarzen Freitags (nicht die Kreuzigung Christi am Karfreitag, sondern der Beginn der Weltwirtschaftskrise ab Oktober 1929 durch den Crash der Wall Street) gebaut. Die Bank geriet in einige Turbulenzen und vermietete das Gebäude. Über 400 (vierhundert) Zahnärzte siedelten sich dort an, weswegen der imposante Clock Tower auch "The Mecca of Dentistry" oder "Tower of Pain" genannt wurde.Exkurs 1: Denjenigen unter uns (also ihr, nicht ich), die momentan Geld verdienen, dürfte das Thema Crash an der Wall Street ja momentan bekannt sein. Aber ihr seid nicht allein. Sämtlichen Lehman Brothers geht es auch nicht besser, obwohl sie doch so schön in der Nähe des Times Square residieren. Wer noch was übrig hat trotz Aktienkrise... Den Preis für die (letzte) 1-Zimmer-Wohnung liegt bei 620.000$ + Gebühren. Dazu gibt es die Sky Lounge, Kindergarten (bzw. "kindergarden"), Fitnesscenter und mehr. Ich würde mich auch als Mieter anbieten.
Exkurs 2: Die Wand (wall) der Wall Street ist übrigens schon viel früher gecrasht. Die Straße wurde nach einer Holzwand benannt, die zum Schutz gegen die Indiander errichtet wurde. Denen man für Waren im Wert von heute 90$ Manahatta abgekauft hatte, was eigentlich gar nicht ging, weil für Indianer Land nicht eigentumsfähig war, daher für beide ein gutes Geschäft. Einerseits entspricht das im Vergleich zum heutigen Wert einer Wertsteigerung von 17 Milliarden Prozent. Andererseits beträgt die jährliche Rendite umgerechnet nur 5,3%. Fragt mich bitte nicht, ob inflationsbereinigt, ich habe es nicht ausgerechnet. Allerdings wurde in New York auch schon Luft verkauft, nämlich die Luft über einem Gebäude, um auf dieses noch ein höheres Gebäude zu bauen. Das Projekt der Holzwand scheiterte allerdings nicht an den Algonkin-Indianern, sondern an den eigenen Siedlern, die Holz zum Heizen brauchten.
Jedenfalls wollte ich mir die Sicht von dort oben nicht entgehen lassen (ich wohne in der Straße, die von rechts unten auf das hohe Gebäude in der Mitte zuführt, das eine der drei besten Schulen des Landes ist: Brooklyn Tech). Einzige Möglichkeit? Ein Termin mit der Maklergesellschaft. Und so habe ich eine schöne Privatführung durch Willi bekommen.
Weil ich aus Deutschland komme und die Schwester meiner Maklerin gerade Anwältin für die US-Armee in Nürnberg und Heidelberg doch so toll ist, durfte ich mir auch die geschlossene, ehemalige Schalterhalle (Bild) ansehen. Später soll hier ein Flagship Store für Apple, Sony oder eine andere große Firma einziehen. Preis auf Anfrage.
(Links die Statue of Liberty, dann Downtown Brooklyn, dann Manhattan, vom Tower aus)
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